10 Tipps für die erste Campingreise

Wer das erste Mal mit dem Wohnmobil losfährt, macht Fehler. Wir auch. Hier kommen die wichtigsten Lektionen — damit Sie nicht dieselben Umwege gehen müssen.

Der erste Schritt in die Freiheit — und ins Chaos

Es war ein Dienstag im Juni. Wir standen auf dem Stellplatz, das Wohnmobil stand schief, der Wasseranschluss tropfte, und unsere Tochter fragte zum dritten Mal, wo denn die Spülung an der Toilette sei. Adam hatte "das bestimmt kurz vorher erklärt". Carolin hatte "genau das gleiche gedacht".

Willkommen im Wohnmobilleben. Es ist wunderbar. Und der Anfang ist manchmal ein kleines Abenteuer für sich.

Damit Ihre erste Reise entspannter startet, als unsere es tat, haben wir unsere zehn wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

1. Weniger packen als man denkt

Die häufigste Aussage nach der ersten Reise lautet: "Die Hälfte davon hätten wir zuhause lassen können." Wohnmobile haben zulässige Gesamtgewichte — und die sind ernster gemeint, als man anfangs glaubt. Planen Sie nach dem Zwiebelprinzip, nehmen Sie stapelbares Geschirr und vergessen Sie den Waffeleisen. Ehrlich.

2. Den Stellplatz nicht mit Google Maps suchen

Google Maps kennt keine Fahrzeughöhen, keine Einfahrtsbeschränkungen, keine Hinweisschilder in Kleinstschrift auf Kroatisch. Nutzen Sie Apps wie Park4Night, CamperContact oder ADAC Camping. Ihre Nerven werden es Ihnen danken.

3. Den ersten Fahrtag kurz halten

Planen Sie für den ersten Tag maximal zwei bis drei Stunden Fahrt ein. Nicht weil ein Wohnmobil langsamer ist — sondern weil Sie am Stellplatz Zeit brauchen, um sich mit allem vertraut zu machen. Stromanschluss, Wasserversorgung, Gasanlage, Heizung. Das lernt man am besten bei Tageslicht und ohne Zeitdruck.

4. Die Chemietoilette vorher üben

Klingt unangenehm. Ist unangenehm. Trotzdem: Schauen Sie sich vorab ein Erklärvideo an. Die Cassette muss richtig eingesetzt, der Spülmechanismus verstanden und die richtige Flüssigkeit verwendet werden. Wer das zum ersten Mal auf einem vollen Stellplatz herausfindet, hat Publikum.

5. Früh genug am Stellplatz ankommen

Die besten Plätze — mit Seeblick, Schatten, ruhiger Lage — sind bis 14 Uhr weg. Wer um 18 Uhr ankommt, bekommt den Platz neben dem Spielplatz und der Entsorgungsstation. Beides gemeinsam.

6. Ein Stromkabel kaufen — und zwar lang

Das mitgelieferte Kabel reicht manchmal nicht bis zur Steckdose. Kaufen Sie ein hochwertiges CEE-Kabel mit mindestens 10 Metern Länge. Auf dem Campingplatz ist die Steckdose immer genau 9 Meter entfernt.

7. Das Gewicht prüfen — ernsthaft

Ein vollgepacktes Wohnmobil kann leicht überbeladen sein. Das zulässige Gesamtgewicht (zGG) steht im Fahrzeugschein. Leermasse plus Fahrer plus Gepäck plus volle Tanks muss darunter bleiben. Bei einer Polizeikontrolle ist Unwissenheit kein Argument.

8. Einen Notvorrat an Wasser dabei haben

Nicht überall gibt es sofort frisches Wasser. Nehmen Sie mindestens 20 Liter Mineralwasser als Reserve mit — besonders wenn Sie mit Kindern reisen. Durst kennt keine Geduld.

9. Abends früh nachschauen, ob noch Gas da ist

Ein leerer Gastank fällt meistens morgens um 7 Uhr auf. Genau dann, wenn man Kaffee kochen möchte. Prüfen Sie die Gaszufuhr vor dem Schlafengehen — oder investieren Sie in einen Gasflaschen-Füllstandmesser.

10. Den Moment genießen

Nach all den Tipps und Checklisten: Fahren Sie los. Machen Sie Fehler. Lachen Sie darüber. Das Schöne am Wohnmobilleben ist nicht die perfekte Organisation — es ist das Gefühl, abends irgendwo zu stehen, wo man morgens noch nicht war.

"Unser größter Fehler auf der ersten Reise? Wir haben uns zu viel vorgenommen und zu wenig Zeit zum Einfach-Dasein gelassen. Seitdem fahren wir langsamer. Und weiter."

Gute Reise!