Bayern ist mehr als Lederhose und Weißwurst
Das wussten wir eigentlich schon. Aber erst als wir drei Wochen lang durch den Freistaat gereist sind — mit dem Wohnmobil, ohne festen Plan, nur mit einer groben Richtung und einer gut befüllten Brotdose — haben wir verstanden, warum so viele Camper immer wieder hierher zurückkehren.
Bayern hat für Wohnmobilisten alles: Bergpanoramen, Seen, Wälder, mittelalterliche Städtchen und eine Camping-Infrastruktur, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Hier kommen unsere persönlichen Lieblingsplätze.
Stellplatz am Forggensee (Allgäu)
Wer schon einmal morgens im Wohnmobil aufgewacht ist und durchs Fenster auf ein glitzerndes Bergpanorama mit Neuschwanstein in der Ferne geblickt hat, versteht, warum Menschen immer wieder ans Allgäu kommen. Der Forggensee ist ein Stausee — aber einer mit Seele. Die Stellplätze direkt am Ufer sind rar und begehrt. Frühes Ankommen lohnt sich.
Tipp: Der Platz ist besonders ruhig in der Nachsaison ab September. Das Wasser ist dann kühler, aber das Licht ist unglaublich.
Walchensee — Blau wie aus dem Prospekt
Adam hat hier einmal eine Stunde lang nur dasitzen und fotografiert. Carolin hat ihn nach einer halben Stunde aufgehört, nach dem Abendessen zu fragen. Das sagt alles über diesen See. Der Walchensee liegt auf knapp 800 Metern Höhe, das Wasser ist türkis-blau und so klar, dass man den Grund sieht. Die freien Stellplätze rund um den See sind begrenzt, aber es gibt einige wenige Naturparkplätze, die Übernachtungen noch tolerieren.
Berchtesgaden und Königssee
Touristisch? Ja. Trotzdem unvermeidbar. Der Königssee gehört zu den beeindruckendsten Ecken Deutschlands. Wer nicht auf dem überfüllten Hauptcampingplatz landen will, sucht sich einen der kleineren Plätze in den Seitentälern rund um Berchtesgaden. Ruhiger, grüner, echter.
Rund um den Chiemsee
Der Chiemsee hat alles, was ein Familiencamper braucht: Strand, Fahrradwege, Fischbrötchen direkt am Ufer, und auf der Herreninsel sogar ein Schloss, das Versailles neidisch machen würde. Wir empfehlen die Plätze auf der Ostseite des Sees — weniger bekannt, näher an der Natur.
Zugspitze — wenn man es wirklich wissen will
Der Stellplatz bei Garmisch-Partenkirchen mit Blick auf Deutschlands höchsten Berg ist bei gutem Wetter ein Erlebnis, das man nicht schnell vergisst. Tipp: Kommen Sie unter der Woche und buchen Sie vorher. An Wochenenden im Sommer herrscht hier Ausnahmezustand.
"Bayern ist das Land, in dem man immer um die nächste Kurve fahren will — weil man weiß, dass dahinter wieder etwas Schönes auf einen wartet."
Unsere Empfehlung für die Route
Starten Sie in München, fahren Sie südlich Richtung Allgäu, dann über Garmisch zum Walchensee, weiter nach Berchtesgaden und zurück über den Chiemsee. Kalkulieren Sie mindestens zehn Tage ein. Wer glaubt, Bayern in einer Woche gesehen zu haben, hat Bayern nicht gesehen.