Wintercamping: Kuschelig warm im Schnee

Wer im Winter campt, hat die besten Stellplätze für sich allein, günstigere Preise — und erlebt eine Stille, die im Sommer schlicht nicht existiert.

Wie wir zum Wintercamping kamen — unfreiwillig

Es war kein Plan. Wir hatten einen verlängerten Herbsturlaub gebucht, die Vorhersage sagte "kühl aber sonnig", und dann kam der erste Schnee drei Tage früher als angekündigt. Wir standen auf einem Stellplatz in Tirol, die Kinder schauten mit großen Augen auf die weißen Berge — und wir entschlossen uns, nicht früher nach Hause zu fahren.

Das war vor zwei Jahren. Seitdem fahren wir jedes Jahr mindestens einmal gezielt in den Winter.

Was ein Wohnmobil für den Winter braucht

Isolierung: Das Fahrerhaus ist der kälteste Bereich. Eine gute Thermomatte für die Windschutzscheibe und die Seitenfenster spart erstaunlich viel Energie. Außerdem Türdichtungen prüfen — Zugluft ist der stille Feind.

Standheizung: Keine Diskussion. Eine gute Dieselstandheizung (Webasto, Eberspächer) ist im Winter unverzichtbar. Sie heizt das Fahrzeug auf, ohne die Bordbatterie zu belasten, und läuft auf einem Bruchteil des Dieselverbrauchs im Vergleich zum Motor.

Frostschutz für Wasser: Das Frisch- und Grauwassersystem kann einfrieren. Lösungen: Heizung läuft durchgehend, isolierte Schläuche, oder den Tank bei langen Standzeiten leerpumpen.

Kleidung: Die Zwiebel-Methode konsequent

Im Wohnmobil zieht man morgens vieles an — und abends schichtweise aus, sobald die Heizung läuft. Merino-Wollunterwäsche direkt auf der Haut, eine Fleeceschicht darüber, außen eine wind- und wasserabweisende Schale. Mit dieser Kombi überlebt man jeden Wintermorgen am Stellplatz — auch beim Entsorgen des Grauwassers um 8 Uhr morgens bei minus fünf Grad.

Die besten Ziele im Winter

  • Bayerische Alpen: Weniger Touristenmassen, günstigere Campingplätze, grandiose Schneepanoramen. Garmisch, Mittenwald, Oberstdorf.
  • Erzgebirge: Unterschätzt und wunderschön. Wer märchenhafte Winterlandschaften ohne Massen will — hier ist er richtig.
  • Schwarzwald: Winterwanderungen auf verschneiten Waldpfaden, abends in der warmen Kabine — schwer zu überbieten.

Was im Winter besonders schön ist

Die Stille. Im Sommer sind die besten Stellplätze Deutschlands voll. Im Winter sind sie leer. Man steht allein am See, allein am Waldrand, allein mit dem Blick auf das schneebedeckte Bergpanorama. Das hat eine eigene, besondere Qualität.

Außerdem: heiße Schokolade im Wohnmobil schmeckt besser als überall sonst auf der Welt. Das ist keine Meinung, das ist Tatsache.

"Unser Sohn hat nach dem ersten Wintercamping gesagt: 'Papa, können wir nächstes Mal im Schnee schlafen?' Wir haben es so erklärt, dass Wohnmobil und Schlafen im Schnee kein Widerspruch sein muss. Er war begeistert."

Häufige Bedenken — und unsere Antworten

"Ist das nicht gefährlich mit Kindern?" Nicht mehr als im Sommer, wenn man vorbereitet ist. Gute Ausrüstung, Standheizung, Schlafsäcke mit ausreichend Temperaturangabe.

"Kann man im Winter überhaupt frei stehen?" In einigen Regionen schon. In anderen gibt es Schneeräumungsprobleme. Im Zweifel: Stellplätze oder kleine Campingplätze, die im Winter geöffnet sind.