Es war im Februar in den Vogesen. Wir hatten die Truma-Heizung über Nacht laufen lassen — wie immer. Gegen 4 Uhr morgens piepte ein Gerät an der Decke, das Adam zwei Wochen vorher für 18 € gekauft und verbaut hatte. Carolin riss die Tür auf. Der Junge auf der Couch schlief weiter. Adam stand draußen im Schnee und schaute auf das Display: CO 47 ppm. Bei 70 wird es lebensgefährlich.
Die Heizung lief, der Abzug war teilweise verstopft (ein Vogelnest aus dem Sommer hatte sich verschoben). Ohne den Melder hätten wir geschlafen. Ich werde nie wieder behaupten, das wäre Übertreibung.
Hier ist, was in jedem Mobil hängen muss — und warum es nicht egal ist, welches Gerät und wo.
Drei Geräte, drei Aufgaben
1. CO-Melder (Kohlenmonoxid)
Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung: Gasheizung, Gasherd, Standheizung, in seltenen Fällen Motor. Es ist geruchlos, farblos, schwerer als Luft (sammelt sich also unten), und tötet, indem es Sauerstoff im Blut blockiert. Symptome (Kopfschmerzen, Übelkeit) ähneln Müdigkeit — viele schlafen ein und wachen nicht mehr auf.
Was kaufen: Ein zertifizierter CO-Melder mit EN 50291-2 (Mobil-Variante!). Ab 25 €. Wir empfehlen Geräte mit Display — so seht ihr nicht nur, dass etwas piept, sondern auch wie viel.
Wo aufhängen: 30–60 cm über dem Boden in der Nähe der Schlafplätze. Nicht direkt neben Heizung oder Herd (sonst dauerhafter Voralarm). Mindestens einer im Wohnbereich.
Lebensdauer: 5–7 Jahre. Sensor altert. Datum auf dem Gehäuse vermerken — viele Geräte haben es eingestempelt.
2. Gaswarner (Propan/Butan)
Ein anderer Sensor: erkennt unverbranntes Gas. Wichtig, falls eine Leitung undicht wird, ein Hahn versehentlich offen ist oder ein Schlauch porös wird. Propan ist schwerer als Luft — sammelt sich also am Boden. Genau dort gehört der Sensor hin.
Was kaufen: Festinstallierter Gaswarner mit 12V-Anschluss, ab ca. 50 €. Manche schalten das Gas automatisch ab — die sind ihr Geld wert.
Wo aufhängen: Maximal 30 cm über dem Boden, in der Nähe von Herd und Gasleitungen. Nicht direkt darunter, sondern leicht versetzt.
Lebensdauer: 5 Jahre. Auch hier altert der Sensor.
3. Rauchmelder
Pflicht in den meisten Bundesländern für Wohnungen — im Wohnmobil rechtlich nicht in allen Ländern, aber praktisch unentbehrlich. Brände im Wohnmobil entstehen erfahrungsgemäß durch elektrische Defekte (Verkabelung, Wechselrichter, Akku) und durch Kochfehler.
Was kaufen: Ein normaler Rauchmelder mit 10-Jahres-Lithium-Batterie, geprüft nach DIN EN 14604. Ab 12 €.
Wo aufhängen: An der Decke im Wohnbereich, mindestens 30 cm von den Wänden entfernt. Nicht direkt über dem Herd (Fehlalarm beim Kochen).
Was eine Gasprüfung nicht prüft
Die deutsche Gasprüfung (G607 alle zwei Jahre, Pflicht bei einigen Halterwechseln) prüft die Anlage — Druck, Dichtigkeit, Anschlüsse. Sie prüft nicht den laufenden Betrieb der Heizung mit Abgasführung. Wenn ein Vogelnest den Abzug auf der Reise blockiert (bei uns geschehen), zeigt das die Gasprüfung nicht. Genau dafür ist der CO-Melder da. Der Frühjahrscheck ist der richtige Moment, alle Lüftungsschlitze und Abzugsöffnungen am Mobil von außen zu prüfen — bevor die Saison beginnt.
„Eine Gasprüfung sagt: Die Anlage ist dicht. Der CO-Melder sagt: Heute Nacht hat sie sauber gebrannt."
Was bei uns gehängt hat — und wo
- Gaswarner: 25 cm über dem Boden, in der Sitzgruppen-Ecke gegenüber vom Herd, dauerhaft auf 12V.
- CO-Melder Nr. 1: 50 cm über dem Boden, in der Nähe der Sitzgruppe.
- CO-Melder Nr. 2: auf Augenhöhe im Schlafbereich (Heckdoppelbett).
- Rauchmelder: an der Decke, mittig im Wohnbereich.
Gesamtkosten beim Kauf: 81 €. Installationsdauer: 50 Minuten. Lebensdauer: 5–10 Jahre.
Was ihr regelmäßig prüft
- Monatlich: Test-Knopf an Rauchmelder und CO-Melder. Funktion bestätigen.
- Vor jeder Saison: Batterien checken (sofern wechselbar), Lüftungsschlitze außen am Mobil prüfen (kein Insektennest, kein Laub).
- Alle 5 Jahre: Gaswarner und CO-Melder ersetzen — der Sensor altert, auch wenn er nie ausgelöst hat.
Pflicht oder freiwillig?
In Deutschland gibt es keine bundesweite Pflicht für CO-Melder im Wohnmobil. Manche Versicherungen bieten Vergünstigungen, wenn ihr sie nachweist. In Frankreich, Italien und Großbritannien gilt für gewerbliche Vermietungen oft eine CO-Pflicht. Für uns ist die Frage nicht: „muss ich?" Sondern: „warum würde ich nicht?"
Drei Geräte, 80 €, eine Stunde Arbeit. Nichts in unserem Wohnmobil hat ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Vogelnest im Februar hat uns das in den Vogesen gezeigt.
Was im Buch steht
Im Schrauber-Handbuch findet ihr ein Kapitel zu Gas-, CO- und Rauchmeldern: konkrete Modellempfehlungen mit aktuellen Preisen, Anschlussschemata für 12V-Festinstallation, Wartungs-Checkliste und ein Abschnitt zur Truma-Wartung — inklusive der Schritte, die wir nach dem Vogelnest-Vorfall in unsere jährliche Routine aufgenommen haben.
Wenn euch in diesem Beitrag eine einzige Sache hängen bleibt: kauft heute Abend einen CO-Melder. Es ist die wichtigste Investition, die ihr für 25 € machen könnt. Und wer das Thema Sicherheit weiterdenken will — mechanischer und elektronischer Schutz gegen Einbruch — findet unsere Erfahrungen im Beitrag zu Einbruch und Diebstahl unterwegs.